Wer bin ich...

 

 

Bild: John Steven Konstantin

 

Mein Name ist Le. Alex Sax und ich schreibe schon ewig. Das grosse Thema in meinem Leben war und ist die Inspiration und weshalb sie nie das tut, was sie soll. Als Muse taugt sie jedenfalls nicht sehr viel, wie ich im Laufe der Zeit feststellen durfte. Das hängt aber wohl eher damit zusammen, dass ich zur Genüge Unsinns-Gene geerbt habe.


Mit dem Dasein angefangen habe ich in Engelberg. Ich war ein hibbeliges und dauerplapperndes Kind, das schon mal an den Nerven zerrte. Unsere Familie ist dann in den Kanton Luzern gezogen, wo ich den Kindergarten und die Primarschule besuchte.


Hier ereilten mich erfreulicherweise Inspirationen in Form eines merkwürdigen Nachbarjungen. Ich fand es interessanter, ihm hinter den Friedhof zu folgen und tote Schweine aus dem Bachbett zu fischen, als mit Püppchen zu spielen. Der Knabe wurde leider bald weggesperrt. Damals fing ich mit dem Lesen an, weil die wirklich spannenden Dinge dummerweise nie lange dauerten.


Natürlich schlug sich meine Fantasie in den Schulaufsätzen nieder. Da die Lehrerin Blut und Tod unverständlicherweise ablehnte, schrieb ich heimlich. Als wir wieder umzogen, befand ich mich lesetechnisch im Krimibereich, der mich jedoch schnell anödete. Es war einfach unlogisch, dass jeder Kriminelle ins Kittchen wanderte. Deshalb wandte ich mich dem Horror zu, was die Sache freilich kaum erleichterte. Der gemeine Leser wird nämlich geächtet, wenn er im Bus sitzt und eine Zombie-Apokalypse liest, bei der das Buchcover blutige Körperteile zeigt. Von da an stopfte ich die Bände in Klatschhefte, denn die wurden problemlos akzeptiert.


Irgendwann ging die Schulzeit vorbei und ich verbrachte ein Jahr in der welschen Schweiz, um Französisch zu lernen. Dort stolperte ich über Leichen, lernte, wie man Hunderte von Spinnen tötet, und knüpfte lebensgrosse Puppen als Leichenersatz an die Decke. Wo die in rote Farbe getauchten Tampons auftauchten, lasse ich jetzt mal weg. Dazu die Jagd auf einen echten Mörder! Diese Erlebnisse waren fantastisch und jagten mich regelrecht durch die Monate.


Danach wurde ich in die ordentliche Arbeitswelt eingeführt. Dort wählte ich den kaufmännischen Bereich, denn so konnte ich wenigstens schreiben. Zwischen sturen Vorgesetzten und einfallslosen Arbeitskollegen blieben die Offenbarungserlebnisse unglücklicherweise im Dunkel meiner Gehirnwindungen stecken. Auch der Versuch, in der Firmenzeitung den Organklau-Krimi zu platzieren, führte bei der Führungsriege nicht zu Begeisterungsstürmen.


Nach etlichen ernsten Berufsjahren und der erfolglosen Suche nach der Inspiration war klar, dass das Angestellten-Dasein ein Ende nehmen  musste.


Heute bin ich als Autorin tätig und habe das erste Buch veröffentlicht. Das zweite ist in Arbeit und das dritte angedacht. Momentan treibt die 70-Jährige rheumageplagte Mörderin Rosie ihr Unwesen in meinem Computer. Daneben ist die Vampirin mit Ehe- und Erziehungsproblemen am Wirken, die ein ekelhaftes Kind hat. Ist sie da die einzige Mutter? Permanent fallen mir neue Storys in den Schoss, die die Welt nicht braucht, sie aber um einiges witziger macht.


Wer viel redet, schreibt meist eine Menge. Deshalb blogge ich. Der Wahnsinn des täglichen Lebens soll in den Äther posaunt werden. Schliesslich setzt sich meine Protagonistin Lorai nie ins Fettnäpfen, sondern gleich in die Fritteuse. Diese Effizienz wollte ich beibehalten. Die Blogs, genannt Minis, sammle ich auf der Homepage, um sie der geneigten Leserschaft zu präsentieren.


Damit ist fast alles erzählt. Ich suchte die Inspiration immer im Kopf. Bis ich endlich feststellte, die Realität ist nie, wie sie scheint, und somit die grössere Fundgrube für Ideen. Man muss nur genau hinschauen und schon ist man vom Wahnsinn umzingelt. Gut, das hat wahrscheinlich mit meinen dunklen Gedanken zu tun. Seitdem bringe ich jedenfalls dieses Chaos in Buchstabenform an die Luft, frei nach dem Motto: Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert. Diese Lebensweise inspiriert übrigens ungemein.

 

 

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