Mini-Krimi - Rauschen

Mit "Rauschen" ist eine spannende cross over-Geschichte entstanden. Das bedeutet, dass aus zwei verschiedenen Büchern die Romanfiguren zusammen agieren. Ich durfte dafür den Privatdetektiv, Niclas Richmond (Rich), von Neal Skye nehmen und habe ihn auf einen Fall angesetzt. Rich trifft dabei auf meine Protagonistin Lorai und ein dunkles Geheimnis.  

 

Die Geschichte und deren Einstellung auf meiner HP entstand mit Genehmigung von Neal Skye. Sie finden diesen absolut wundervollen Autoren  auch auf Facebook.  Wenn Sie auf seine Buchcover klicken, dann führt sie das direkt zu seinen Büchern auf Amazon.

 

Ich wünsche viel Spass und etwas Grusel mit der Geschichte.

 

 

 

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Sie ist dein Ruin

 

Welches Interesse hat die New Yorker Polizei an einem Mord auf Castle Island in Boston? Warum ist Detective Gina Lonardoni verschwunden? Riskiert sie ihre Karriere für ihren suspendierten Vorgesetzten – oder gar mehr? Warum sonst hat Privatdetektiv Niclas "Rich" Richmond, als es darauf ankommt, den kompletten Polizeiapparat des NYPD hinter sich?

Einst ein junger, erfolgreicher Journalist und Privatdetektiv, ist vom einstigen Ruhm nicht mehr viel übrig geblieben. Doch als Gina vermisst wird, läuft nicht nur Richs GTX auf Hochtouren. Bis er ausgerechnet von dem Mann engagiert wird, den Gina um jeden Preis hinter Gittern bringen will …


 

 

Rauschen

 

Der heftige Regen floss Niclas Richmond in den Kragen. Missmutig zerrte er den Mantel enger um die Schultern und verfluchte seine Neugier. Die Ferien in der Schweiz hatte er sich erholsamer vorgestellt. Woher war dieser merkwürdige Brief, der gestern im Hotel abgegeben wurde. Wieso kannte die Schreiberin ihn, einen Privatdetektiv aus Buffalo?


Die Wolken bildeten eine Sturmfront und verdüsterten auf unnatürliche Weise die Umgebung. Verbissen kämpfte Rich gegen das Unwetter. Plötzlich tauchte es aus den Nebelschwaden auf. Verdutzt hielt er inne und betrachtete das gewaltige Eisentor, das dem Wetter trotzte. Das war die Postanschrift? Neugierig drückte er das unverschlossene Metallgitter auf. Dahinter lag eine ungewohnte Stille. Es war, als erwiesen selbst die Vögel dem Ort Respekt. Angespannt marschierte er den schmalen Kiesweg entlang. Ein Geräusch lies ihn in die Höhe schauen. Die emporragenden Tannen auf beiden Seiten senkten knarrend ihre Äste, so als versuchten sie, nach ihm zu greifen! Blödsinn! Zornig schüttelte er den Kopf. Seine Fantasie spielte ihm im Finsteren einen Streich. Das Gewitter bog das Grünzeug bloss herunter. Wo war er überhaupt? Kreuze erschienen in der Ferne. Erstaunt erkannte der Schnüffler, dass er mitten in einem Friedhof herumwanderte. Beim Vorbeigehen musterte er die Adressen des Todes. Aber es waren zu viele, dazu die schlechte Sicht. Suchend drehte er sich im Kreis. Hatte er die Orientierung verloren? Im Augenwinkel blitzte unvermittelt ein Licht auf. Neben der mächtigen Birke, nicht weit von ihm, glühte etwas im Dunkeln. Eines der Grabkreuze schien rötlich zu schimmern. Vorsichtig schritt er darauf zu. Je näher er kam, desto weniger Helligkeit verbreitete das Grab. Als er endlich davorstand, verlosch der letzte Funke. Düsternis umhüllte abrupt den Mann, füllte die Lunge und hinderte ihn am Atmen.


Hustend holte er die Taschenlampe heraus. Langsam nervte ihn der Mist. Trotzdem gefror ihm das Blut ihn den Adern, als er die Buchstaben sah. Loreley Hugentobler. Tatsächlich, Lorai lag an diesem Ort begraben! Skeptisch zog er die knappen Zeilen aus der Hosentasche, die die Dame mit krakeliger Schrift gekritzelt hatte. Sie bat ihn darin, den Magier zu suchen.


Der grelle Schrei einer Eule gellte durch die Nacht. Kurz funkelten Zahlen am Holz auf. Lorais Todesdatum strahlte in die Finsternis und erlosch sofort wieder. Das Schreiben wurde zwei Wochen nach ihrem Ableben geschrieben! Verwirrt entfernte sich Rich von der Stelle. Wer zum Teufel machte sowas? Plötzlich lenkte eine Bewegung seinen Blick auf einen Schatten, der auf ihn zu schwebte. Verdammt, ich muss hier verschwinden. Falls der Kerl eine Waffe hat, bin ich geliefert! Schwer atmend hastete er zum Eingangstor, flüchtete vor der Gestalt, die ihm geräuschlos auf den Fersen war. Er rannte schneller, doch die Grabsteine verstellten den Weg. Wie ein Blinder stolperte Niclas Richmond über den unebenen Boden, bis eine Marmorstatue seine Flucht schmerzhaft beendete. In der Sekunde erstrahlte der Vollmond am Himmelszelt und verbannte den Verfolger in die Dunkelheit.


Der Flüchtende stand schnaufend auf einem Hügel und starrte auf die Stadt unter ihm. Luzern, die Leuchtenstadt lag friedlich da, das Grabfeld hinter ihm. Passierte das eben wirklich? Genervt seufzte er laut. Das Dämonengefasel in der Nachricht war absoluter Schrott und schien seine Wahrnehmung manipuliert zu haben. Weshalb verfolgte er diese idiotische Spur überhaupt? Lorais Warnung kam ihm in den Sinn. Er sollte sich vor Gewässern hüten, denn der Schwarzmagier beherrschte, ihrer Überzeugung nach, die Elemente.


Rich lachte lauthals los. Der dämliche Regen konnte ja wohl kaum gemeint sein. Er beschloss, dem nicht weiter nachzugehen, und wollte gerade ins Hotel zurück, als das Handy klingelte. Noch so eine moderne Errungenschaft, die ihm auf den Keks ging. Er hielt es ans Ohr und erstarrte. Aus dem Gerät dröhnte ihm das Rauschen von Wasser, begleitet von einem leisen Flüstern, entgegen.


 

Der Niagara-Fall

 

„Ich bin Sara“, sagte sie. „Sara Maria Anderson“. Ich wusste, das konnte nur ‚Problem‘ bedeuten. Sie trug ein langes, grünes Satinkleid und hatte keine Ahnung, wer sie in das Taxi gesetzt hatte, das sie nach Buffalo, NY gebracht hatte, direkt in mein Büro. Die letzten acht Stunden und dreißig Minuten waren in ihrem Gedächtnis wie ausradiert, aber schon bald war mir klar, dass wir deutlich tiefer graben mussten. Ein Mord in Saras unmittelbarer Umgebung zog mich dann in die Vergangenheit, in eine Welt aus Skrupellosigkeit und Habgier, gewährte mir aber auch Einblicke in die ungewöhnliche und bizarre Welt zweier bemerkenswerter Frauen. Und welchen Beziehungsstatus hatte wohl diese kleine, italienische Stupsnase vom NYPD?

Niclas „Rich“ Richmond war Ende der 80er Jahre ein junger, gefragter Journalist, der von der renommiertesten Detektei Buffalos abgeworben wurde. Jahrzehnte später ist vom Ruhm jener Tage nicht mehr viel übrig geblieben. Privatdetektive, die einst für die Gerechtigkeit kämpfende Helden waren, dokumentierten nun aus sicherer Entfernung die Untreue von Ehepartnern – das war nicht mehr seine Welt. Als Rich mit seinem persönlichsten Fall konfrontiert wird, fordert sein Schicksal ihn zu seinem härtesten Kampf heraus. 

 

Lorai - Hurra, endlich tot!

 

Endlich tot, dachte Lorai zufrieden, als sie sterbend von der Kloschüssel kippte. Doch die Alte freute sich zu früh.

»Erzähl mir dein peinliches Leben«, flüsterte ihr jemand ins Ohr.

»Ich soll beichten? Wer zum Teufel bist du überhaupt«, knurrte Lorai erstaunt

.»Der Tod steht zu Diensten, Madame. Aber bevor du redest, erkläre ich dir unsere AGBs!»

»Wer ist wir?«, krächzte sie in den Raum.

»Na, die Leichengewerkschaft natürlich. Also lass uns anfangen, ich habe bald Feierabend.«

Gespannt schwebte er über ihr.

»Einer der Leute abmurkst erteilt mir Anweisungen? Vergiss es!« knurrte Lorai.

Grinsend schnippte der Todesengel mit den Fingern. »Lasset die Spiele beginnen!«

Niemals hätte Lorai gedacht, dass sterben derart nervtötend sein konnte. Vergnügt führt der Tod seiner Kundin ihr schräges Dasein vor Augen. Aber sie unterwirft sich nicht einfach seinen morbiden Wünschen, sondern startet einen Gegenangriff. Wird sie den Kampf gewinnen?