Lyrik John McLane - Als der Tod einsam am Lagerfeuer sass

 

Prasselnde Flammen, rot schimmernde Glut,
Feuer frisst Holz, voll hitziger Wut,
in die Glut starrend, Kopf in Kapuze versteckt,
die knochige Gestalt in der Wärme sich reckt,
hat selten Momente, für sich ganz allein,
zu genießen die Ruhe in feurigem Schein.

 

Sein Job ist sehr hart, die einsamen Tage gefüllt,
über die Erde schreitend in schwarze Robe gehüllt,
die Sense geschultert, von beinernen Knochen gehalten,
muss er jeden Tag seines einsamen Amtes walten,
muss mähen die Leben, auf ewige Zeit,
sie begleiten, wenn sie sind bereit.

 

Am nächtlichen Himmel, unendliche Zahl,
gegangen für immer, zum Teil auch in Qual,
begleitet von ihm, das Lebensende geschrieben,
leuchten sie nun herab, auf die, die geblieben,
erlöst von der Welt, dem ewigen Leiden,
ganz nahe beim Schöpfer, ihre Seelen nun weiden.

 

Gebeugt sitzt er da, starrt tief in die Glut,
Einsamkeit für immer, erfüllt ihn mit Wut,
für ewige Zeiten, verdammt zu den Schatten,
die einzigen Begleiter sind vereinzelte Ratten,
der schwarze Schatten, gefürchtet von allen,
ersehnt er wie sie die heiligen Hallen.

 

Er wird sie nie sehen, belastet ihn schwer,
fühlt tiefe Sehnsucht, tief drinnen so sehr,
Da zuckt sein Kopf hoch, die Ruhe vorbei,
ein Verstorbener ruft ihn wehklagend herbei,
Mit tiefem Knurren erhebt er sich stumm,
der Tod wurde gerufen, ein Leben ist um.

 

© 2016 Text John McLane

© 2016 Bild Andrea R. Walla

 

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