Lorais Interview mit dem Tod

 

Interviewerin: 

 

Lorelay – Protagonistin aus «Lorai»

von

Le. Alex Sax


Stargast:  der Tod 

 


Lorai: Guten Tag Herr Tod! Es ist schön, dass Sie sich zur Verfügung stellen, aber ich mache das nicht freiwillig, das muss ich hier definitiv dokumentieren. Davon abgesehen, wissen Sie ja, wer ich bin.


Tod: Hallo Lorai, schön, dass ich Sie treffen darf. Haben Sie Angst vor mir oder weshalb sind Sie nicht freiwillig da?


Lorai: Nein, Sie können mir nichts tun, denn das Morden ist die Sache meiner Autorin. Das muss ich mit aller Entschiedenheit festhalten. Zumindest, was mich anbelangt.


Tod: Natürlich, bei Ihnen ist die Sachlage etwas anders, da sie eine Romanfigur sind. 


Lorai: Und genau das ist etwas beunruhigend. Seit meine Autorin diese merkwürdigen Vampirgeschichten schreibt, habe ich den Eindruck, dass der Tod nicht so tot ist, wie ich dachte. Stimmt das?


Tod: Nun ja, ab und zu läuft mal eine Kleinigkeit aus dem Ruder. 


Lorai: Was heisst das denn bitte?


Tod: Das ist jetzt etwas peinlich. Aber es gibt Leute, die sind in der Lage, unsere Bürokratie noch zu Lebzeiten auszutricksen. 


Lorai: Heisst das, dass meine Autorin das auch könnte?


Tod: Theoretisch ist das möglich. Aber das sollte Ihnen keine Sorgen machen. Unsere Sachbearbeiter sind da eigentlich sehr zuverlässig.


Lorai: Aha, das heisst aber auch, dass man auf Ihrer Seite alle wieder antrifft. Auf die eine oder andere Art. Stimmt das?


Tod: So ist es. 


Lorai: Na super! Dann treffe ich also die blöde Zicke vom letzten Arbeitsplatz wieder! Das ist nicht Ihr ernst oder?


Tod: Es ist so und auch wieder nicht. Aber Näheres darf ich Ihnen nicht erklären. Ihre Autorin schreibt das sonst auf.


Lorai: Natürlich tut sie das.


Lorai: Kann meine Autorin auf der anderen Seite weiterschreiben?


Tod: Ach, sie haben Angst, dass Sie die Dame nicht loswerden oder?


Lorai: Leider richtig. Sie korrigiert gerade ihr Buch und findet, ich soll in der Zwischenzeit arbeiten. Das ist die reinste Sklavenhaltung hier. Könnten Sie das unterbinden?


Tod: Sie wissen schon, dass Ihre Autorin das gerade aufschreibt und mitliest oder Lorai?


Lorai: Es war ein Versuch wert. Romanfiguren haben schliesslich weder eine Lobby noch eine Gewerkschaft, die sie schützt. Aber Sie haben viel Erfahrung. Kann ich selber etwas dagegen tun?


Tod: Liebe Lorai! Ihre Autorin hat gerade die Themenwoche in einer Facebook-Gruppe geschwänzt. Reden Sie doch einfach mit ihr und schlagen Sie Ihrerseits Themen vor. Dann ist die Dame beschäftigt.


Lorai: Stimmt, ich kann ja selber denken! Das ist mir noch gar nicht eingefallen. Guter Tipp! Sie sind gar nicht so verkrampft, wie ich dachte. Weshalb gelten Sie denn als etwas stur?


Tod: Die Frage können sie auch den Autoren stellen. Deren Fantasie macht ja aus jedem Gänseblümchen eine Monstertulpe. Und nebenbei bemerkt, ist Ihre Autorin da auch nicht besser.


Lorai: Die Bemerkung werde ich nicht weiter kommentieren. Ich muss schliesslich mit ihr leben. Eine letzte Frage. Sind Sie glücklich in ihrem Job?


Tod: Ja, ausser ich begegne Autoren, die mir das Leben schwermachen und Protagonisten, die mich austricksen wollen. 


Lorai: Gut, dann beenden wir das Interview hier. Ich bedanke mich aber trotzdem bei Ihnen für Ihre Zeit und Mühe. Schliesslich kann ich ja nicht sicher sein, wo und wann ich Sie doch noch treffen könnte.


Tod: Gerne geschehen liebe Lorai. Und ja,  Sie haben recht. Man weiss nie… 

 

 

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