Lorais Interview mit dem Internet-Troll

 

Interviewerin :

 

Lorelay – Protagonistin aus « Lorai »

von

Le. Alex Sax

 

 

Stargast: der gemeine Internet-Troll

 


Lorai: Hallo Internet-Troll, wie nennst du dich eigentlich korrekterweise?

 

Troll: Meine liebe Lorai, das ist ganz unterschiedlich. Mal bin ich ein Post, mal eine PN oder eine DM oder einfach nur eine anonyme Meinung. Halt ganz, wie es mir gerade beliebt. Ich habe tausend Namen.

 

Lorai: Na schön, dann nenne ich dich einfach Bösling, wenn es recht ist!

 

Troll: Nein, nenn mich Meinling, schliesslich habe ich immer eine Meinung. Und böse, das ist doch sehr relativ oder? Aber meine Süsse, war ich nicht gerade erst kürzlich bei dir?

 

Lorai: Na, du bist wohl nicht sehr organisiert! Nein, du warst bei meiner Autorin Le. Alex Sax. Kannst du dir nicht merken, wo du deine Bosheiten hinterlässt?

 

Troll: Ich sehe, du bist sauer! Wie köstlich. Aber warum führst du denn ein Gespräch mit mir?

 

Lorai: Weil meine Autorin will, dass ich arbeite. Ach, und ich stelle hier die Fragen klar?

 

Lorai: Also, was sollte das denn? Die PN auf FB hatte keinerlei Inhalt und Hintergrund. Was bringt dir das?

 

Troll: Meine Liebe, Du scheinst etwas fantasielos zu sein. Aber gut, du bist ja nur eine kleine Protagonistin und eine billige dazu, wenn ich das mal so bemerken darf. Und deine Autorin geht wohl etwas unter Möchtegern, nicht wahr?

 

Lorai: Ich klatsch dir gleich eine! Antworte auf die Frage!

 

Troll: Ach, dein Tonfall! So persönlich! Und dann PN, DM, FB bla, bla, bla… Denkst du im Ernst, dass irgendjemand dein Gebrabbel versteht?

 

Lorai: Ich kann das Interview auch abbrechen, wenn es dir nicht passt!

 

Troll: Siehst du und schon geht es los! So funktioniert das. Ein wenig Provokation, eine Prise Verachtung und natürlich noch ein wenig Sinnlosigkeit. Das sind die erfolgreichen Zutaten für ein heisses Hass-Süppchen. Und jetzt darfst du deine Gesichtsfarbe wieder abschalten. Es leuchtet ein wenig.

 

Lorai: Gut, ich habe verstanden. Aber muss nicht ein Minimum an Inhalt dabei sein, um zu treffen?

 

Troll: Vom Böse sein hast du nicht gerade viel Ahnung gell? Natürlich nicht. Das ist wie bei den Horoskopen. Etwas trifft immer zu. Und wenn man ungenau provoziert, dann rüttelt man immer an den dunkelsten Geheimnissen, weil das Opfer nie weiss, ob es aufgeflogen ist.

 

Lorai: Du gibst also zu, dass du Opfer suchst?

 

Troll: Natürlich, was denn sonst? 

 

Lorai: Du weisst aber schon, dass meine Autorin gut meucheln kann. Da lebst du echt gefährlich. Anders gesagt, möchtest du gerne die Leiche sein?

 

Troll: Lol… ich krieg mich nicht mehr ein. Du hast noch nichts verstanden oder? Ein Troll ist immer eine Leiche. Ich bin ein Untoter, weil ich nicht tot zu kriegen bin, obwohl ich dauernd erschossen werde. Klingelt es?

 

Lorai: Also irgendwie muss man auch dich killen können. Schliesslich sind wir hier nicht in einem Zombie-Staat. Also, wie kriege ich dich?

 

Troll: Das werde ich dir gerade auf die Nase binden. Dafür hat mir die letzte Sache mit der Sax zu gut gefallen.

 

Lorai: Ich darf mal Schmunzeln. Wer war nach ihrem Kommentar das Opfer?

 

Troll: Zugegeben, der war etwas heftig. Damit hatte ich nicht gerechnet. Dafür weiss ich jetzt, dass Le. Alex Sax nicht zwingend nett ist. Ich werde mich künftig besser vorbereiten.

 

Lorai: Nun, wir werden sehen. Schliesslich bist du ja nicht die hellste Kerze auf der Torte. Aber zu etwas Anderem. Wieso trifft man dich so häufig im Internet an?

 

Troll: Was ist das denn für eine dämliche Frage. Und du weisst, dass dämlich von Dame kommt, nicht wahr?

 

Lorai: Ich bin keine Dame, also kein Problem. Beantworte die Frage!

 

Troll: Der Punkt geht an dich. Es ist einfach. Das Internet ist schlicht mein ganz persönliches Paradies. Ich kann hier Accounts faken, Leute bescheissen und jedem anonym den grössten Dreck anhängen. Und das Beste ist, mir passiert absolut nichts. Das Netz ist die Welt der Hemmungslosen. Ich gestehe, ich bin süchtig danach.

 

Lorai: Gut, dann versuche es jetzt mal mit Denken. Schwierig ich weiss, aber trotzdem. Die letzten Namen kenne ich und die bleiben auch im Gedächtnis gespeichert. Das sind echte Namen. Das hat dann wohl eher mit Dummheit anstatt mit grenzenloser Freiheit zu tun oder?

 

Troll: Ach, du bist ja echt zum Knutschen. Die Sache mit der Meinung hat dich wohl richtig angepisst oder?

 

Lorai: Mässige deinen Ton oder du fliegst hier raus!

 

Troll: Och Zuckerschnütchen, ich komme doch immer wieder! Also was soll das?

 

Lorai: Ich glaube, ich bestelle einen Dämonenjäger. Irgendeiner der Autoren wird sicher sowas erfunden haben. Also nochmal von vorne, wie kriegt man dich los?

 

Troll: Na schön, weil du es bist. Ignoriere mich, bleibe ruhig und lass deine Hirnzellen arbeiten. Dann bist du mir überlegen. Solltest du aber einen Wutanfall kriegen, dann bekomme ich das Futter, das ich brauche.

 

Lorai: Ich will dich nicht ernähren, ich will dich platt machen. Willst du das Risiko eingehen?

 

Troll: Ach bist du unlustig. Wie wäre es mit ein wenig Spass?

 

Lorai: Und das bedeutet was?

 

Troll: Das höchste der Gefühle für mich ist, wenn mein Opfer sich verletzt fühlt. Noch ein wenig Heulen wäre die ultimative Zugabe für mich.

 

Lorai: Wie willst du sowas im Internet merken? Das Heulen meine ich!

 

Troll: Nun, wenn der Frust so richtig durch die Zeilen tropft und sich das Opfer trotzdem um einen höflichen Ton bemüht, dann ist das der Zuckerguss schlechthin.

 

Lorai: Tatsächlich, du bist ein Arsch!

 

Troll: Herrlich, die Höflichkeit schwindet wie ein Furz im Wind.  Bitte weiter!

 

Lorai: Das Gegenmittel ist ein Trollbuch. Das werden dann sozusagen deine Memoiren. Ganz öffentlich. Was sagst du dazu?

 

Troll: Wunderbar, dann kann ich dich gleich verklagen. Besser geht es nicht.

 

Lorai: Anonym natürlich! Na, blitzt es durchs Gehirn?

 

Troll: Meine Liebe, ich mag dich doch sehr. Genau wie deine wundervolle Autorin. Du verstehst das völlig falsch. Aber ich glaube, ich muss jetzt zur Arbeit. Du entschuldigst mich bitte. Ich darf mich als treuer Fan verabschieden.

 

Lorai: Liebe Autoren, dies ist ein Aufruf! Wer einen Dämonenjäger hat oder einen begabten Serienkiller soll sich bitte melden. Es gibt Arbeit. So, und jetzt kündige ich meinen Job.