Lorais Leseprobe - Federmädchen

 

Das Mädchen rannte hechelnd durch die Baumreihen, als sie ein Schatten stolpern liess. Ein Mensch stand vor ihr. Das Wesen mit der Federjacke versperrte den Weg. Entsetzt sah sie in das kreidebleiche Antlitz. Die Augen brannten wie Feuer in einem Gesicht, das in wenigen Minuten stark gealtert schien. Lorai überlegte zitternd, ob sie das Federding ansprechen sollte. Aber sie kam nicht mehr dazu.

 

Die Frau zog in Zeitlupe einen Dolch aus der Jacke und führte dessen Klinge zielsicher an ihre eigene Kehle. Stille! Kein Vogel trällerte im Gebüsch.

Gebannt starrte Lorai auf das Messer. Scharfer Stahl begann die Haut aufzuschneiden. Ein dicker Blutstrom floss den Hals des Federmädchens hinunter.

Die Lippen der blutenden Gestalt hauchten entrückt den Namen «Marie-Anne». Fassungslos flüchtete Lorai.

 

Jemand kreischte in der einsetzenden Dunkelheit. Hinter der Verfolgten wurden Schritte lauter. Es knackte in dem Moment, als die Gejagte die Wiese erreichte.

Erneut erklang ein Todesschrei. Lorai rannte verzweifelt, sah Menschen um sich herum auftauchen. Ein jüngeres Mädchen schoss an ihr vorbei.

Nach wenigen Minuten jagten dutzende Kinder mit ihr durchs hohe Gras.

 

 

***

 

»Gib es zu Sensi! Das Federmädchen warst du! Dieser Humor ist grenzwertig!«

»Ach, Kindchen, Angst zu erzeugen ist erregend! Aber du täuschst dich, wenn du denkst, ich setze mich auf die Art in Szene.«

 

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